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WESERMARATHON 2006
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Erlebnissbericht von Markus Klein |
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Ein Klingelton erreicht meine
Ohrmuschel, es muß jetzt Sonntag sein. Durch eins meiner verschlafenen
Augen wage ich ein Blick , es ist noch dunkel. Ich träume, denk ich
noch so und dreh mich um. Aber das Klingel hört nicht auf. Da war doch
was, ja natürlich. Meine schnelle Begeisterungsfähigkeit hat wieder
zugeschlagen und mich in diese Situation gebracht. Ich reiße die Augen
auf, es ist 3:30 Uhr. Sch... wollte doch schon seit 30 Minuten auf den Beinen
sein. Auf dem weg zur Dusche setze ich schnell noch eine Kanne Kaffee auf.
Schnell angezogen und ein paar Sachen eingepackt und ab ins Auto. Auf dem
Weg nach Gieboldehausen geht mir wieder durch den Kopf, auf was hab ich
mich da wieder eingelassen, und niemand hat vorher gesagt, das wir mitten
in der Nacht auch noch an einem Sonntag aus den Federn müssen.
Meine Leidensgenossen sind Irene, Klaus, Nicole, Maik, Uwe, Claudia und
Winfried. Ja und wir wollen uns tatsächlich den 36. Wesermarathon antun.
Kurz vor Gieboldehausen meldet sich mein Handy, und was ich schon befürchtet
habe geschieht in dem Moment. Maik ist dran und fragt freundlich, aber auch
noch etwas verschlafend nach, ob ich verschlafen habe. Wenig später
stehe ich bei Nicole und Maik vor der Haustür. Die Sachen von den beiden
und natürlich die beiden selber in mein Auto verstaut und ab zu Irene
und Klaus. Wo Maik gestern Abend schon sein gepacktes Auto auf dem Hof abgestellt
hat. Als wir gerade die restlichen Sachen aus meinem Auto in Maiks laden,
kommt Winfried um die Ecke gebogen mit Claudia, Uwe und deren Kajaks an
Bord. Nach einer kurzen Planung wer wo mit fährt, und niemand die Planung
beachtet, fahren wir los. Auf zum Wesermarathon. Und wie es sich gehört
packe ich am Ortsausgangsschild mein Frühstück und Kaffee aus.
Der Morgen war wieder in Ordnung. |
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| Nach einer relativ kurzen Fahrt kommen wir in Hann.
Münden an. Überall halten Autos mitten auf der Straße
und blockieren diese. Toll auf was hab ich mich da eingelassen. Aber
nach dem wir uns durch die packenden Wagen gedrängelt haben,
finden wir direkt am Wasser zwei Parkplätze. Die Boote werden
abgeladen und die wichtigsten Sachen wie Getränke, Sonnencreme,
Fotoapparat und Müsliriegel verstaut. Und los gehts aufs Wasser.
Als ich mit meinem Kajak auf dem Wasser bin, hab ich das erste mal
die Muße, die Landschaft und die morgendliche Stimmung zu genießen.
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Zu meine Verwundern sind gar
nicht so viele Boote zu dieser Zeit auf dem Wasser. Sollte das doch ein
Vorteil sein das wir nicht gleich um 6 Uhr mitgestartet sind. Und los gehts
aufs Wasser. Als ich mit meinem Kajak auf dem Wasser bin, hab ich das erste
mal die Muße, die Landschaft und die morgendliche Stimmung zu genießen. |
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Wir sind alle auf dem Wasser,
bis auf Irene die sich bereit erklärt hat die Rolle der Ufermaus zu
übernehmen. Mein Blick geht rüber zu Nicole, sie paddelt in einem
geliehen Kajak das Sie zum ersten mal paddelt und dann auch noch mit einer
Steueranlage. Ich frag mich nur wie man das eigentlich macht mit dem Steuern,
da ich auch noch nie in einem Kajak mit Steuer gepaddelt bin. Hut ab. |
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Die erste Zeit bleiben wir alle zusammen, bis Maik
meint, daß das Nicole nur nervöser macht. Ich paddel ein
bisschen vor. Klaus und Winfried haben sich schon ein wenig abgesetzt
und bei dem Versuch hinterher zukommen muß ich ganz schön
das Paddel kreisen lassen. Was zur Folge hatte, das die beiden kurze
Zeit später als kleine Punkte vor mir sind, und die anderen ein
ganzes Stück hinter mir.
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Hinter mir kämpft Nicole
mit der Steuerung und versucht es mal mit und ohne sie. Maik, Claudia und
Uwe bleiben als Begleitung bei Ihr. Aber viel schlimmer sind für Nicole
wohl die anderen Paddler die mit einem freundlichen „Guten Morgen“
an ihr vorbei fahren. Nein nicht weil diese vorbei fahren, sonder weil Nicole
Morgens erst mal ihre Ruhe haben möchte. Ich glaub das kann jeder nachvollziehen
der Morgens vielleicht erst sein Kaffee, Zigarette und/oder Zeitung braucht
bevor der Tag los gehen kann.In der Zwischenzeit hab
ich zu Winfried und Klaus aufgeschlossen, aber nur da Sie mal einige Minuten
nicht gepaddelt haben. |
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| Aber auch dieses war nur von kurzer Zeit, Klaus schwang
das Paddel und der Abstand wurde immer größer. Klaus erinnert
mich in dem Moment an ein Aufziehspielzeug, sein Paddelschlag war
gleichmäßig und ohne großen Kraftaufwand. Was mal
wieder zeigt das Technik mehr macht als Kraft. Auch Winfried war die
ganze Zeit so unterwegs, aber er legte ein Gang weniger ein und ich
konnte gut mithalten. Was auch gut ist. So bekomme ich noch einige
Tricks und Kniffe mit um besser so eine Distanz zu paddeln. Und so
kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, es sind nicht viele unterwegs
die Ihren persönlichen Trainer dabei haben. |
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Die Weser zeigte sich am Morgen
von Ihrer schönsten Seite. Die Sonne färbte den wolkenlosen Himmel
in Blau, Gelb und Orangtöne. |
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| Über dem Wasser legte sich stellen weise ein
leichter Morgennebel. In den kleine Wellen brachen sich die Sonnenstrahlen
und das Wasser glitzerte an allen stellen wie eine Spiegelkugel. Auch
die Tierwelt gab ihr Bestes und die Vögel mit ihrem Gesang dem
Ganzen noch den entsprechenden Rahmen. |
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Zu diesem Wunderschönen
Naturschauspiel kam noch die Parade an Booten, Ruderboote mit Steuermann
(frau), Kanadier mit 8 Paddlern und mehr, Tourenkajaks ja so gar einige
Rennkajaks. Aus allen Himmelsrichtungen des Landes kommen Sie, und auch
aus dem hohen Skandinavien erblickte ich Kajaks.In Gieselwerder wartete
schon Irene am Ufer. Und wir sammelten uns da zur ersten Pause. Nach ein
wenig Kaffee, Tee und was zwischen den Zähnen, ging es weiter. Aber
zu vor konnten wir noch die Paddeljacken ablegen und etwas Sonnencreme auflegen.
Diese klein Frühstückspause, vor allem die Tasse Kaffee, tat auch
Nicole gut, die hier schon überlegt hat auf zu hören. Aber was
Zaubertrank für Asterix ist Kaffee für Nicole. |
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| Weiter ging es bei schönstem Sonnenschein. Mit
Klaus und Winfried paddelte ich wieder etwas vor, Claudia, Uwe und
Maik begleiteten Nicole die dank Kaffee wieder hoch motviert war.
Mhh... ist Kaffee eigentlich ein Dopingmittel ??? Eine knifflige Frage
und dann noch im Breitensport.Das ein großer Fluss auch seine
Reize hat, zeigte die Weser weiter mit ihrer Landschaft und Tierweld.
Dank Winfried, der mich immer wieder auch auf Kleinigkeiten am Ufer
hinwies und auch sagen konnte, welches von den gefiederten Freunden
uns ein Liedchen zwitscherte, verging die Zeit wie im Fluge. Ich staunte
nicht schlecht als wir auf einmal am linken Ufer anlegen. Wir waren
schon an dem Zielpunkt, Beverungen Km 53, ein Stück vorbei gepaddelt. |
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Auch hier erwartete uns Irene
wieder und verwöhnte uns mit einem leckeren Mittagspicknick. Zu dem
jeder vorher etwas vorbereitet hat. Ich versuchte die Restlichen super genialen
Geflügelbuletten, die Irene gemacht hat, als Vorrat in meinem Kajak
verschwinden zu lassen. Aber leider wird es bemerkt und mit lauten Protest
quittiert.
Mittlerweil war es ab und zu etwas windig geworden, und wir überlegten,
ob und wer noch weiter paddeln will. Was nach diesem schönen und reichlichen
Picknick nicht gerade einfacher war. Das Wetter und die Wiese verlockten
doch eher zu einem kleinen Mittagsschläfchen. Aber was soll es, wir
sind ja zum paddeln hier. Und so gingen Claudia, Uwe, Winfried und meine
Wenigkeit wieder aufs Wasser.Claudia und Uwe paddelten
diesmal vor und waren schon nach kurzer Zeit nur noch als Farbpunkte am
Horizont zu sehen. Winfried begleitet mich beim Versuch das nächste
Ziel zu erreichen. Ich schaute doch ein wenig neidisch hinter Claudia und
Uwe hinterher. Liegt das an der besseren Technik oder den schönen Tourenkajaks
die sie haben. Na ja, glaub an beiden, also der Trend geht ja zum Drittboot,
mal schauen ob es im nächsten Jahr nicht zu einem Tourenkajak reicht.Die
Weser und die Sonne meinten es weiter gut mit uns. Bis auf einige Windböen,
die ich durch einigen Tricks und Tipps von Winfried meisterte |
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Auch hier ging die Zeit eigentlich
wie im Flug vorbei. Eigentlich ! Denn die letzten 2 Km hat jemand vergessen
den Wind abzustellen. Ich fühlte mich ganz fit, aber diese letzten
2 Km schafften mich dann doch. Wie ich noch feststellen sollte. Links am
Ufer tauchte der Zielpunkt Holzminden auf, war er das wirklich? Jede Menge
Kajaks am Ufer, aber nirgends sehe ich Claudia und Uwe oder Ihre Kajaks.
Und Winfried habe ich ein Stück hinter mir gelassen, also das muss
hier richtig sein. Ja und da sah ich die beiden, wie Sie am Kontrollpunkt
stehen. Ja, hier muss ich raus. Aber was ist das, die Arme waren recht schwach
beim Versuch meinen Allerwertesten aus dem Boot zu hieven, und die Beine
waren auch wie auf Gummibändern aufgezogen. Man gut das niemand sah
wie ich ausstieg, sah mit Sicherheit zum schießen aus. Aber wie ich
noch feststellte, ging es andern Paddlern auch nicht besser. Ich holte mein
Combi aus dem Wasser und entledigte mich gerade meiner Spritzdecke da kam
auch Winfried angepaddelt. Schnell noch Winfrieds Kajak ans Land geholt
und dann suchten wir Claudia und Uwe. Bei einem kühlen Getränk
warten wir auf Irene, Nicole, Klaus und Maik und als Sie uns gefunden haben,
gab es erst mal eine Tasse Kaffee und Kuchen, den Claudia beigesteuert hat. |
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So gestärkt laden wir die Boote auf und verstauen unsere Sachen.
Noch einen kleinen Abstecher zu einem Befreundeten Kajak-Club, und wir
machen uns auf nach Hause. In Gieboldehausen angekommen sortieren wir
die wahllos in den Wagen verteilten Sachen. Machen uns noch über
den restlichen Kartoffelsalat her und ließen den Tag bei Irene
und Klaus im Hof bei einem Kaffee ausklingen. Tja und ich überlege,
wenn ich früher anfange zu trainierer und ein schnittiges Tourenkajak
mir besorge, sind dann die 134 Km im nächsten Jahr zu schaffen....
???
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